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Perioperatives Schmerzmanagement – Die Rolle der Physiotherapie

Thalhamer, Christoph (2017) Perioperatives Schmerzmanagement – Die Rolle der Physiotherapie. Schmerzkurs Basis 2017, 13.5.2017, Pöllauberg, Steiermark. [Vortrag, Vorlesung]

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Kurzfassung

Thema dieses Kursteils ist das perioperative, physiotherapeutische Schmerzmanagement im interdisziplinären Team. Dieser Kursteil gliedert sich in drei Unterbereiche: 1.) physiotherapeutische Diagnostik, 2.) Zieldefinition und 3.) Therapie. Im ersten Teil wird die physiotherapeutische Diagnostik unmittelbar vor einer geplanten Operation sowie in der Reha-Phase 1 nach der Operation erläutert (stationärer Bereich). Der Fokus liegt dabei auf der Erhebung der aktuellen Schmerzen des Patienten sowie der damit assoziierten funktionellen Beeinträchtigung. Dementsprechend wird eine Auswahl an validierten Assessments, die in der Diagnostik des perioperativen Schmerzes und seiner assoziierten Beeinträchtigungen zum Einsatz kommen, vorgestellt. Diese haben eine unmittelbare Relevanz für eine Reihe von operationswürdigen, muskuloskelettalen Beschwerdebildern. Diese Assessments haben einen zentralen Stellenwert als Wiederbefundungsparameter in der postoperativen Phase (Reha-Phase 1-3). Der zweite Teil erläutert anhand von Beispielen die Wichtigkeit einer genauen, funktionellen Zieldefinition, auf die sich Patient und Therapeut einigen (SMART Kriterien). Es werden konkrete Anleitungen gegeben, um den Patienten von einer allgemeinen Zieldefinition – Beispiel: Schmerzreduktion – zu einer konkreten, persönlichen Vision zu führen. Der dritte Teil befasst sich mit den physiotherapeutischen Maßnahmen (Therapie). Zunächst wird die zentrale Rolle der Information im Rehabilitationsprozess und in der Schmerztherapie erläutert („Information als Therapie“) sowie die Rolle des Placebo-Effektes. Es werden konkrete Anleitungen gegeben, um den Placebo-Effekt – der in variablem Ausmaß bei den allermeisten Therapieformen vorhanden ist – nach einer Operation gezielt therapeutisch zu nutzen. Ethische Überlegungen zur gezielten Nutzung des Placebo-Effektes werden kurz besprochen. Im Speziellen wird auf aktive und passive physiotherapeutische Maßnahmen eingegangen, die Patienten in der unmittelbar postoperativen Phase zur Schmerzkontrolle anwenden können: u.a. Lagerungen; Lagewechsel und Transfers, die den akut schmerzenden Bereich vor schädlichen Reizen schützen; kognitive (z.B. achtsames Atmen; Body Scan; Entspannungstechniken) und kutane Verfahren (z.B. Massagetechniken); sowie allgemeine aktive Bewegungsübungen und – unter Beachtung der chirurgischen Vorgaben und der Wundheilungsphasen – ehestmögliche Rückkehr zu den ATLs („Mobilisation des Patienten“). Zentral ist dabei, dass der Patient versteht, warum diese Maßnahmen eingesetzt werden und dass er bei der Anwendung ein Gefühl der (Selbst-) Wirksamkeit erlebt. Den Abschluss des Vortrages bildet eine Erläuterung der Diagnostik und Therapie des postchirurgischen Schmerzsyndroms aus Sicht der Physiotherapie. Alle vorgetragenen Inhalte werden anhand der besten aktuell vorhandenen Evidenz aufbereitet.
Typ des Eintrags: Vortrag, Vorlesung
Themengebiete: WE Skelett, Muskulatur
WO Chirurgie, Anästhesie
Bereiche: Orthopädisches Spital Speising > Physikalische Medizin und Orthopädische Rehabilitation
Benutzer: Michaela Kuchar
Hinterlegungsdatum: 28 Mär 2018 12:46
Letzte Änderung: 28 Mär 2018 12:46
URI: https://eprints.vinzenzgruppe.at/id/eprint/8211

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